Österliche Glaubenszeugnisse April 2013

Das „Jahr des Glaubens“ der katholischen Kirche bekommt viele „Gesichter“ in der Pfarre Oberbaumgarten!

Papst Benedikt hat im Oktober 2012 das Jahr des Glaubens ausgerufen, das noch bis in den Herbst 2013 dauern wird! In unserer Pfarre wollen wir diese Initiative aufgreifen und haben Menschen eingeladen, in den kommenden Sonntagsmessen bis Pfingsten (Samstag 18.30 Uhr und Sonntag 8.30 und 10.00 Uhr) nach dem Glaubensbekenntnis kurz über ihren Glauben zu sprechen. Pfarrer Bogdan Pelc hat in den Predigten der Kar- und Ostertage darüber gesprochen, dass wir die Freude an der Auferstehung weiter erzählen sollen. Er meinte in der Kindermesse am Ostersonntag: „Wenn ich jemandem etwas erkläre, verstehe ich es auch selber vielleicht ein wenig mehr."

Es ist sehr erfreulich, dass viele Menschen spontan bereit waren, sich auf dieses Projekt einzulassen und über ihren Glauben zu reden. Als Impuls für die Vorbereitung haben wir folgende Fragen vorgeschlagen, wobei es jeder/jedem überlassen ist, einzelne oder alle Fragen zu beantworten:

  • Woran glaube ich?
  • Was ist mir an meinem Glauben wichtig?
  • Was stärkt mich in meinem Glauben?
  • Wo hat mir mein Glaube geholfen?

 

Für Martin ist wesentlich, dass die Schöpfung kein Zufall ist, sondern von Gott geschaffen wurde! Er betonte auch, wie wichtig ihm das Sakrament der Beichte ist: Hier wird für ihn – auch wenn er vorher schon im Stillen Gott um Vergebung seiner Schuld gebeten hat – ausdrücklich die Vergebung zugesprochen. Auch das ewige Leben ist ihm wichtig und eine tiefe Hoffnung für das Leben ihm Hier und Jetzt. Er durfte immer wieder erleben, wie er in schweren Zeiten von seinem Glauben getragen wurde.

Martin Barysiewicz, 07.04.2013
 

Ich glaube an Gott, der mich annimmt als sein Kind. Ich glaube auch, dass Gott mich liebt, ungeteilt mit allen Menschen, egal, ob ich so bin, wie Er sich das für mich vorgestellt hat! Diese Liebe Gottes ist für mich bildhaft der Hl. Geist.

Ich glaube an Jesus, den er geschickt hat, um uns Beispiel zu geben, wie Leben gelingen kann. Der Mensch war wie ich und erfahren hat, was auch ich immer wieder erfahre: Glück und Leid, Liebe und Angst, Leben und Tod.

Mir ist wichtig, nicht alleine zu sein, Menschen zu kennen und um mich zu haben, die auf demselben Weg unterwegs sind. Das gibt mir Kraft und stärkt mich. Deshalb bin ich gerne hier in dieser Pfarre. Ich kann hier auch meine Talente einbringen, mich in dieser Gemeinschaft nützlich zu machen.

Eigentlich bin ich ja als Techniker eher wie der Thomas aus dem heutigen Evangelium: Ich brauche handfeste Beweise für Gottes Sein! Gott habe ich in Situationen erfahren, in denen es mir eigentlich nicht gut ging, als ich selbst mit mir und dem Leben gehadert habe. Ich konnte da durch viele Menschen erfahren, dass Gott mich nicht alleine lässt. Diese Erfahrung des für andere Menschen wichtig seins hat mir wieder Kraft gegeben.

PeCi Kirchweger, 07.04.2013
 

Über Gottes Humor

Meine Glaubensgeschichte begann als (End-)Jugendlicher. Zu einem bewussten christlichen Glauben bin ich durch das Franziskaner Jugendgebet gekommen. Es war die damals für mich absolut wohltuende Erfahrung in einer Gemeinschaft so angenommen zu werden wie ich gerade war. Ich lernte dort das gemeinsame Beten kennen, ähnlich dem Chorgebet, welches ich immer noch schätze. Bibeltexte gemeinsam beten und darüber austauschen, meditative Lieder singen, Stille halten und Franziskaner Brüder in all ihrer Individualität und Originalität kennen. Das wurden alles Quellen, für meine Glauben.

Wichtige Erfahrungen waren das Angenommen sein, Gott danken und bitten zu können, ja sogar mit Gott hadern zu können aber auch Gottes großen Humor kennen zu lernen. Dass Gott mit uns kleinen, nicht perfekten, ja manchmal geradezu schlitzohrigen Menschen einen Weg geht, der zum Leben führt, dass ist für mich Zeichen seines Humors – nachzulesen in einigen Geschichten der Bibel.

Mein Glaube ist, dass Gott mich nicht alleine lässt, so wie Gott auch Jesus nicht alleine gelassen hat auch wenn es am Kreuz so aussah. Durch Jesu Auferweckung wurde offenbar, dass Gott mit ihm ist, dass Gott zu ihm steht. Durch das Leben, Sterben und Auferstehen Jesu zeigt sich Gott als ein naher Gott – der Vorhang im Tempel ist zerrissen – Gott ist für mich direkt ansprechbar, Gott lässt sich durch nichts mehr von den Menschen trennen. Ein großes Geschenk der damaligen Zeit war, dass ich Martina kennen gelernt habe. Für mein Glaubensleben ist es bereichernd, dass uns unser Interesse an Gott, Glauben und Kirche verbindet – bis zum heutigen Tag.

Eine Krise kam, als das Jugendgebet beendet wurde und der Übergang vom Jugendlich sein zum Erwachsen werden kam. Wie die damaligen Erfahrungen, Freiheiten, Erlebnisse ins Erwachsen sein hinüberbringen? Wie ein erwachsenes Glaubensleben führen? Hier wurden es nun Pfarrgemeinden, und jetzt auch konkret diese Gemeinde Oberbaumgarten hier, in der ich meinen Glauben aktiv leben kann. In der Gemeinde sein, das Einbringen meiner Fähigkeiten, das Zuhören, Gestalten und mittun. So wie beim gemeinsamen Singen und Beten das Zuhören aber auch das Stimme erheben für eine gelungenen Gesamtklang notwendig ist.

Noch ein Wort zu Gottes Humor. Spüre ich eine plötzliche, grundlose Freude – Ach ja, Gott lässt schön grüßen!

Ralf Greiner, 14.04.2013
 

Woran glaube ich?
Ich glaube an einen Gott der die Welt wunderbar erschaffen hat, der die Menschen liebt in einer Art und Weise, wie wir uns das gar nicht vorstellen können. Ich glaube an Jesus, der als Mensch und Gottes Sohn auf der Erde gelebt hat und uns gezeigt hat, wie wir leben sollen, der für uns am Kreuz gestorben und der für uns auferstanden ist. Ich glaube an den Hl. Geist der uns Menschen geschenkt ist, der überall dort wirkt wo Gutes, wo Liebe zwischen Menschen ist.

Was ist mir an meinem Glauben wichtig?
Gott kommt mir entgegen. Ich kann ihn beim Feiern der Hl. Messe, beim Gebet und im Sakrament der Versöhnung  oder auch wenn ich  in der Natur unterwegs bin spüren. Nicht immer gleich stark und manchmal auch gar nicht, aber oft ganz nahe. Gott liebt mich und das ist ganz wunderschön.   

Was stärkt mich in meinem Glauben?
Dass ich nicht alleine unterwegs bin, dass es Menschen in der Pfarrgemeinde gibt, die mit mir auf dem Weg sind und die, so wie ich, versuchen die frohe Botschaft in ihrem Leben umzusetzen.

Wo hat mir mein Glaube geholfen?
In den Zeiten wo es besonders schwer war. Bei der Geburt meiner jüngsten Tochter, die viel zu früh auf die Welt gekommen ist und wo es gar nicht sicher war, dass sie leben wird. Bei dem frühen, überraschenden Tod meines Schwagers, den ich sehr gern gehabt habe, wo ich durch den Glauben an eine Auferstehung Kraft schöpfen konnte. 

Margit Pliwa, 14.04.2013
 

Für mich ist mein Glaube etwas sehr Persönliches, um nicht zu sagen Intimes. Daher fällt es mir gar nicht so leicht, in aller Öffentlichkeit darüber zu sprechen. Andererseits liegt mir aber sehr daran, meine Freude über diesen Glauben mit anderen zu teilen.

Das war früher nicht so. Diese Freude musste erst im Lauf meines langen und mit bitteren und schönen Erfahrungen reich beschenkten Lebens entstehen: Mein Vater war ein „aufgeklärter“ Naturwissenschaftler. Und Frömmigkeit war für ihn ein Zeichen von Schwäche. Trotz vieler heftiger Diskussionen innerhalb der Familie sind wir zu keinem gemeinsamen Ergebnis gelangt – was für meine Mutter recht schmerzlich gewesen sein muss, da sie – trotz schwerster körperlicher und seelischer Belastung – immer tief gläubig war. Am Sonntag ging sie z.B. in aller Stille schon um 6h früh zur hl. Messe, um dann für die Familie voll da sein zu können. Ihre Frömmigkeit war nie ein Hindernis für ihre weltlichen Aufgaben – im Gegenteil: sie wurde froh und war für uns ein Beispiel an Geduld für- und miteinander.

Mein erstes tiefes religiöses Erlebnis war die erste hl. Kommunion: Alles - der Spott anderer Kinder über unsere Heimatlosigkeit und unsere Armut - verlor seine Bedeutung neben der kindlichen Bereitschaft, Jesus, der die Menschen  bedingungslos liebt - besonders die ausgegrenzten - endlich empfangen zu dürfen. Ich wünschte mir nichts sehnlicher, als ganz zu Ihm kommen und mit ihm für andere leidende Menschen da zu sein. Ich wollte die erste heilige Ingrid werden; denn bis jetzt gibt es ja nur eine selige Ingrid von Schweden …           Mit 8 Jahren fragte ich meine Mutter, wozu wir eigentlich auf dieser Welt sind. Sie war so verdutzt, dass sie mir einfach die damals noch klare und selbstverständliche Antwort aus dem Katechismus gab: “ Um Gott zu lieben, ihm zu dienen und ewig selig zu werden.“ Na damit konnte ich ja nicht wirklich viel anfangen! Aber dieser Satz hat mir bis heute immer wieder zu denken gegeben.

Die große Krise kam in meiner Studentenzeit – es waren die 68er-Jahre, in Frankfurt – mit nächtelangen philosophischen, theolog. und soziologischen Diskussionen, die mich ganz eindeutig zu der Erkenntnis führten, dass der Kommunismus die beste und gerechteste Gesellschaftsform ist, zu der man außerdem nicht einmal das Christentum braucht! Also warf ich alles, was mir bis jetzt lieb und heilig war, über Bord und versuchte, ganz auf eigenen Beinen zu stehen und selbst für die Gerechtigkeit zu kämpfen. Es dauerte nicht lange, bis ich einsah, dass dieser Lebenseinstellung das Wichtigste fehlte, und dass sich eine große Leere und Sinnlosigkeit breit machte: Es fehlte die Liebe, das Gefühl einer Verantwortung gegenüber der – ja sagen wir einmal – „Macht“, die uns erschaffen hat und zu der wir, wenn wir nach unserer Bestimmung (nach „Gottes Ebenbild“) leben würden, wieder zurück kehren durften. Denn irgendein sinnvolles Ende – oder Ziel? - musste der Mensch doch haben!? Das war eine Frage, die der Kommunismus nicht beantworten konnte.

Ich begann, die großen Mystiker, Angelus Silesius, Augustinus u.a. zu lesen und entdeckte immer schönere und tiefere Bilder für (von) diesen(m) Gott, der die Menschen so liebte, dass Er sogar als Mensch unter uns lebte, sich verspotten und ungerecht zu Tode martern ließ – damit wir unser Leid leichter ertragen und mit Ihm „für die Welt“ das Leid tragen konnten. ER wurde mir immer vertrauter. Ich erkannte Ihn im Gebet, ich spürte Ihn in der bittersten Einsamkeit, ich erlebte Ihn in der Zuneigung (eines) andere(n)r  Menschen – und auch an manchem Sterbebett.

Und wenn der Alltag wieder einmal die Seele zu ersticken droht, ist Er mir nah, besonders in der hl. Messe. Diese kurze Auszeit von Alltag, Terminen und Verpflichtungen, ist für mich wie eine klare, ungetrübte Quelle, die immer fließt, die reinigt und stärkt und die lebensspendende Verbindung zwischen Gott und mir und zu den Menschen neben mir wieder öffnet. Es ist eine wunderbare Erfahrung, wenn man die Mitmenschen als Seine Kinder sieht – mit all ihren kleinen und großen Fehlern, ja sogar Bosheiten, die sie (wir) ja sogar Seinem Sohn angetan haben. ER liebt sie so, wie sie sind – und mich, so wie ich bin. Es ist eine verständnisvolle, verzeihende und ermutigende Liebe, die auch wir einander schenken können und sollen – und die uns niemand nehmen kann.

Ingrid Loub, 21.04.2013
 

In meiner Kindheit hat man mir beigebracht wie wichtig es ist an etwas zu glauben und wenn es damals nur das Christkind war. Ich habe gelernt, dass es ein Teil des Lebens ist in die Kirche zu gehen.

Mein Glaube an Gott zeigt mir immer wieder den richtigen Weg. So zum Beispiel auch, als eine kleine Meinungsverschiedenheit mit Freunden in einen Streit ausartete. Ich ging eine Zeit lang in mich, dachte über die Situation nach und bat Gott um Hilfe. Bald wurde mir klar, dass er diesen Streit vorherbestimmt hat. Der Grund warum ich daran glaube ist, weil ich erkennen konnte wer meine „echten“ Freunde waren und wer nicht. Wer von ihnen für mich da ist. Jeden Tag ging es mir ein bisschen besser und ich konnte wieder lachen. Von da an war mir klar, dass Dinge passieren um etwas zu erkennen oder um etwas zu ändern. Gott sieht uns. Ich glaube an einen Gott der beschützt, hilft und ermutigt auch in schweren Zeiten.

Durch den Dienst als Ministrantin verstärkte sich das Gefühl mit Gott an meiner Seite  durch die Welt zu gehen. Er hat mir wundervolle Menschen geschenkt, die als kleine Engel immer hinter mir stehen. Sie kamen ohne „Vorwarnung“. Doch ich weiß wofür sie gut sind. Warum er sie geschickt hat. Sie geben mir Kraft und Mut meinen Weg zu gehen.

Eine Freundin von mir hat mir einmal einen kleinen Text gezeigt. Es ging um die Menschen, die nicht wissen wie wichtig es ist, dass sie da sind und wie gut es tut sie zu sehen; wie tröstlich ihr Lachen wirkt und wie Wohltuend ihre Nähe ist. Sie wussten nicht, dass sie kleine Engel waren, die von Gott gesandt wurden um die Welt zu verbessern.

Jeder von uns begegnet kleinen Engeln. Wir erkennen sie nicht gleich, wissen aber, dass es sie gibt.

Barbara Völk, 27.04.2013
  

Für meinen Glauben ist Gemeinschaft – meine Beziehung zu Gott und den Menschen sehr wesentlich. Seine Spuren sehe ich in der Schönheit der Natur. Seine Anwesenheit spüre ich manchmal in der Stille im Gebet, viel mehr noch durch die Zuwendung und Liebe von Menschen. Für mein Glaubensleben hat mein Mann eine große Bedeutung.  Als ich ihn als Jugendliche kennengelernt habe, war mein Glaube an Gott ein eher nebensächliches Thema. Doch gemeinsam haben wir im Laufe der Zeit festgestellt, dass er für unser Leben sehr wichtig ist. Damals ist auch meine Berufsentscheidung, die Religionslehrerausbildung zu machen, gefallen. Durch eine Studienkollegin sind wir zu einer Gruppe junger Erwachsener gekommen, mit denen wir uns über Fragen des Lebens austauschen, singen, beten, feiern und auch wandern konnten. Dadurch entstanden weitere Kontakte zur charismatischen Erneuerungsbewegung, die unseren Glauben gestärkt haben. Mit zunehmender Kinderzahl suchten wir bald Anschluss in unserer Heimatpfarre Oberbaumgarten und lernten viele nette Menschen kennen, mit denen wir Freud und Leid sowie auch Arbeit teilen können.

Diese Gemeinschaft verdichtet sich dann in der Feier der hl. Messe, wo wir durch die Kommunion mit Jesus und untereinander verbunden sind. In der Messe übernehme ich  gerne einen Dienst vor allem das Kommunionspenden. Es ist für mich eine besondere Freude und Ehre, meinen Mitmenschen den Leib des Herrn überreichen zu dürfen mit dem Wunsch, dass sie dadurch gestärkt werden. Da die Kommunion für mich so wertvoll ist, liegt mir auch die Erstkommunionvorbereitung sehr am Herzen. Deshalb investiere ich schon seit Jahren Zeit und Kraft, um mit Gottes Hilfe und eingebettet in einem Team den Kindern und ihren Familien die Bedeutung dieses Sakramentes näher zu bringen. Dabei erlebe ich auch Gemeinschaft.

Beim Rückblick auf mein Leben kann ich sagen, dass ich von Gott geführt worden bin, auch wenn ich es nicht immer gespürt habe. In den großen Krisen durch Krankheit, Stress mit den 4 Kindern und Beruf hat Gott mir die nötige Kraft geschenkt. Dafür bin ich sehr dankbar.

Katharina Grün, 28.04.2013
 

Ich glaube an einen schützenden und helfenden Gott. An einen schützenden Gott, weil ich vor 3 Jahren von einem Auto angefahren wurde. Die Ärzte haben gesagt, dass es sehr schlimm ist weil ich einen Wadenbeinbruch hatte und meine Nerven am Bein beschädigt waren. Sie haben gemeint, dass ich nie wieder etwas spüren werde und nicht mehr normal gehen könnte. Die Zeit, in der ich ans Bett gefesselt war, habe ich mich einsam und nutzlos gefühlt. Mein Papa hat während dieser Zeit nicht gearbeitet, um bei mir zu sein. Obwohl mein Papa immer zu Hause war, fühlte ich mich dennoch einsam. Ich habe immer wieder gezweifelt, ob es einen Gott gibt, der mir so etwas antun würde, der überhaupt Menschen Leid antut. Irgendwann kaufte mir mein Papa einen Zeichenblock und Buntstifte und ich fing an zu malen. Da bemerkte ich, dass ich sehr kreativ bin. Nach 2 Monaten durfte ich ohne Krücken und ohne Begleiter endlich hinausgehen. Meine Mutter sagte mir, dass die Ärzte meinten, dass es nicht gut aussieht und ab da fing sie an, jeden Samstag und Sonntag in Kirche zu gehen, um für mich zu beten. Von da an ging es mir immer besser und meine ganzen Zweifel waren weg. Ich wusste, dass jemand da ist, der mir geholfen hat, Gott.

Mein Glaube hat mir nicht nur geholfen als ich den Unfall hatte, sondern auch als ich mich mit einer Freundin gestritten habe. Auch da hat mir Gott durch die schwere Zeit geholfen. Ich habe Tag und Nacht geweint und meine Noten wurden schlechter. Erst 2 Monate später ging es mir besser, als ich mit zwei Mädchen anfing, etwas zu unternehmen. Von da an war ich fröhlicher. Diese zwei Mädchen sind bis zum heutigen Tag immer für mich da, ob in guten oder schlechten Tagen. Manchmal denke ich mir, dass ich die zwei gar nicht verdient habe, aber Gott gab mir diese zwei Engel in meiner schwersten Zeit. Ich brauch sie und auch die Engel brauchen ab und zu einmal Hilfe.

Jetzt fühle ich mich nicht mehr einsam und nutzlos.

Magdalena Morvaj, 04.05.2013
  

Woran glaube ich? An Ostern, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat. Als ich das Oster-Plakat im Schaukasten wechselte, sprach mich ein älterer Mann an, ob ich denn das alles glaube. Ja natürlich, sonst könnte ich ja nicht für die Kirche arbeiten. Er sei schon als junger Mann aus der Kirche ausgetreten und glaube das alles nicht (er weiß wahrscheinlich gar nicht, was er alles nicht glaubt). Und was glauben Sie dann, fragte ich, dass mit dem Tod alles aus ist? Ja, sagte er. Das glaube ich überhaupt nicht. Denn dann könnte ich ja der größte Verbrecher sein, brasilianischer Drogenboss z.B., und über Leichen gehen, und bevor mich die Justiz erwischt, nehme ich mir selbst das Leben. Das schreit ja zum Himmel. Himmel ist ein anderes Wort für Gott. Die Ungerechtigkeiten auf dieser Welt schreien zu Gott. Deshalb glaube ich: Jesus Christus wird kommen zu richten die Lebenden und die Toten.

Zwei andere Phänomene lassen mich glauben, dass mit dem Tod nicht alles aus ist: der Wunsch zu leben und die Liebe zu den Menschen, mit denen wir innig verbunden waren: mein Bruder, mein Vater, der Opa der Kinder, meine Tante…selbst mein Cousin, der vor Jahrzehnten aus der evangelischen Kirche ausgetreten ist, sagte am Grab: Das kann doch nicht alles gewesen sein.

Ich glaube an Gott von Kindesbeinen an, meine Mutter hat mit mir und für mich gebetet, besonders als ich im Volksschulalter mehrere kleine Operationen über mich ergehen lassen musste. Das Selber beten können hat mich gestärkt, auch wenn die Mutter nicht da war. Ich hatte gute Religionslehrer und –lehrerinnen, die mich neugierig machten auf die Bibel und das Theologiestudium, Priester und Schwestern und viele andere überzeugende Christen auf meinem jugendlichen Lebensweg.  Mein Glaube hat mir geholfen, den Weg der Ehe zu gehen und die fünf Kinder anzunehmen, besonders das jüngste mit Down-Syndrom. Heute stärken mich in meinem Glauben die Menschen in dieser und anderen Pfarrgemeinden, es gibt überall tolle Menschen und überzeugende Christen!

Waltraud Söll, 05.05.2013
  

Als Kind habe ich den Glauben von meinen Eltern gelernt: Der gemeinsame Besuch der sonntäglichen Messe, ein Abendgebet mit meinen Geschwistern und die Gewissheit, dass ich einen Schutzengel habe, waren damals die Fixpunkte meines spirituellen Lebens. Meine Mama war eine hingebungsvolle Mutter, und als ich mehr und mehr flügge wurde, hat mir ihre gedankliche Begleitung durch Gebete viel Sicherheit gegeben. Im Jugendalter hat sich meine Beziehung zu Gott dann als eine Gesprächskultur entwickelt, und meine Firmvorbereiterin, eine Benediktinerin aus Steinerkirchen, hat mir den Zugang zum Kloster auf Zeit als nährendem Rückzugsort eröffnet.

Als ich meinen Mann kennenlernte und wir uns in einander verliebten, habe ich eine neue Dimension der göttlichen Liebe erfahren, die sich in der Beziehung zwischen Mann und Frau offenbart. Ich habe damals gespürt, dass mein langgehegter Wunsch, einmal eine eigene Familie zu gründen, nun in greifbare Nähe rückte. Herzklopfen war vorprogrammiert! Als dann auch wirklich unsere Kinder zur Welt gekommen sind, waren die Erlebnisse rund um Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit wohl die größten Wunder, die ich im am eigenen Leib erfahren durfte: Trägerin des Lebens zu sein, Vermittlerin des Lebens, das sich immer wieder neu erschafft; zwei Menschen anvertraut zu bekommen, um sie gemeinsam mit meinem Mann ins Leben zu begleiten; und dass wir, obwohl menschlich begrenzte Wesen, zu bedingungsloser Liebe fähig sind, die ihren Ursprung nur in unserer göttlichen Natur haben kann.

2009 sind wir durch unsere Übersiedlung nach Oberbaumgarten in dieser Pfarre „gelandet“ und fühlen uns als Familie hier in der Glaubensgemeinschaft sehr wohl, und in dieser Kirche, wo auch Freudentänze ihren Platz haben :-)

Im Jahr 2010 wurden mein Vater, meine Geschwister und ich durch eine Erkrankung unserer Mutter vor große praktische und auch seelische Herausforderungen gestellt. Ich habe mich damals immer wieder auch überfordert gefühlt, bin an manche persönliche Grenze gestoßen und habe nach Möglichkeiten gesucht, damit umzugehen. Um aufzutanken, habe ich bei einer lieben Freundin an einer Atemgruppe teilgenommen. Durch den bewussten Atem kam ich immer mehr zu mir selbst, bis ich in tiefer Stille gespürt habe, wie Gott mich berührt. Ich war so dankbar, dass ich vor Freude geweint habe. Diese Freundin gab mir auch den Buchtipp „Kontemplative Exerzitien“ von P. Franz Jalics. Ich habe diese Exerzitien im Lauf des Jahres  2011 zuhause gemacht und in dieser Zeit immer wieder deutlich erfahren, wie ich vom Leben getragen bin. Im Wiener Kardinal König Haus wird übrigens genau diese Form der Kontemplation angeboten und so gibt es auch da die Möglichkeit einer Begleitung. Für mich ist nun dieses reine Da-Sein vor Gott, das Wahrnehmen der ewig liebenden Gegenwart in der Stille die Quelle geworden, aus der ich das Leben liebe, mit allem, was ist.

Elisabeth Sommer, 19.05.2013
  

 

 

Seite zuletzt aktualisiert am 02.06.2013